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Seidengeschichte


Schon das alte China kannte die Seide. Ihr Ursprung liegt etwa im 3. Jahrtausend vor Christus und ist eher von Legenden umrankt, als dass es genaue Jahreszahlen gäbe. Der Sage nach soll der legendäre Kaiser Fu Xi als erster auf den Gedanken gekommen sein, Seidenraupen zur Herstellung von Gewändern zu nutzen. Fu Xi gilt auch als Erfinder eines mit Seidenfäden bespannten Saiteninstruments. Die Sage nennt noch einen weiteren berühmten Kaiser: Shennong, den "Gott des Ackerbaus", der das Volk gelehrt haben soll, Maulbeerbäume und Hanf anzubauen, um Seide und Hanfleinen zu gewinnen. Xiling, die Gattin des Gelben Kaisers Huáng Di, hat angeblich im 3. Jahrtausend vor Christus dem Volk die Nutzung von Kokons und Seide zur Herstellung von Kleidungsstücken beigebracht.

Es war bei Todesstrafe verboten, die Raupen oder ihre Eier ausser Landes zu bringen. Im Jahre 555 gelang es jedoch zwei persischen Mönchen, einige Eier zum Kaiser Justinian I. nach Konstantinopel zu schmuggeln. Mit diesen Eiern und dem Wissen, welches sie bei ihrem Aufenthalt in China über die Aufzucht von Seidenspinnen erworben hatten, war jetzt auch ausserhalb Chinas eine Produktion von Seide möglich. Sämtliche Seidenspinnerraupen in Europa stammen noch heute von diesen geschmuggelten Eiern ab.

Laut Plinius, der auch die Seidenraupen beschreibt, verdankt der antike Mittelmeerraum die Herstellung der hauchdünnen Seidenstoffe einer gewissen Pamphilia von Kos.